Über mich
Was mich durch alle Stationen getragen hat, ist der Austausch mit Menschen. Heute kann ich ihn so führen, wie er mir am meisten entspricht: zweckfrei und in absoluter Offenheit. Keine Sachzwänge, keinerlei Abhängigkeit, stattdessen ein wirkliches Hinhören und Hinsehen.
Mediator, systemischer Business Coach und Betriebswirt (IWW) – nach über 20 Jahren Führungsverantwortung in namhaften deutschen Kulturbetrieben (u. a. Semperoper Dresden, Theater Erfurt), zuletzt als Künstlerischer Direktor mit Intendanzrechten in einem Dreier-Direktorium eines Fünf-Sparten-Hauses mit rund 330 Mitarbeitenden und einem Jahresetat von 30 Mio. € (Pfalztheater Kaiserslautern).
Am Anfang standen mehrere Möglichkeiten: Jura, Geige, Medizin, Psychologie. Zunächst führte der Weg zur Musik. Ich sah meine Zukunft im Orchester; bald wurde deutlich, dass dieser Weg nicht meiner sein würde. Nicht aus einem dramatischen Bruch heraus, sondern aus der nüchternen Einsicht, dass Talent, Ehrgeiz und Lebensentwurf nicht so zusammenfanden, wie ich es mir vorgestellt hatte.
Die Musik blieb dennoch der Ausgangspunkt. Sie führte mich zum Studium der Musikwissenschaft und Philosophie, später über Umwege freiberuflich in den Radiojournalismus bei WDR 3, ins Verlagswesen bei Boosey & Hawkes, in die Konzert- und Operndramaturgie und schließlich in die Arbeit als Opernagent. Diese Stationen waren nicht Teil eines geraden Karriereplans. Es waren Chancen, die Menschen mir boten, denen ich begegnete. Chancen, die ich ergriff und für die ich dankbar bin.
Sie haben meinen Blick erweitert: auf Künstlerinnen und Künstler, Institutionen, Programme, Verträge, Management, Erwartungen und die Spannungen zwischen künstlerischem Anspruch und organisatorischer Wirklichkeit.
An der Semperoper Dresden wechselte ich in die künstlerische Betriebs- und Produktionsleitung und konnte dort sechs Jahre lang an einem der größten und renommiertesten Opernhäuser der Welt mit namhaften Regisseurinnen und Regisseuren, Sängerinnen und Sängern, Dirigentinnen und Dirigenten eng zusammenarbeiten. Insbesondere die Internationalität der Arbeit war ungemein befriedigend. Danach folgten fast zehn Jahre am Theater Erfurt, zuletzt als stellvertretender Generalintendant. Auch hier galt: an einem kleineren Haus dennoch auf Champions-League-Niveau Höchstleistung zu bringen, war absolut beglückend. Berufsbegleitend kamen die Weiterbildung zum Betriebswirt und die Ausbildung zum Mediator hinzu.
Am Pfalztheater Kaiserslautern leitete ich schließlich als Künstlerischer Direktor ein Fünf-Sparten-Haus mit Musiktheater, Schauspiel, Tanz, Konzert und Jungem Theater — mit Verantwortung für Etats, Ensembles, politische Positionierung, Außenwirkung und den inneren Zusammenhalt.
Ein Theater ist kein gewöhnlicher Betrieb. Es ist ein empfindliches Gefüge aus Menschen, Ansprüchen und sehr unterschiedlichen Vorstellungen davon, was gerade wichtig ist. In solchen Zusammenhängen habe ich Führung gelernt: als Verantwortung für Entscheidungen, als genaues Zuhören, als Unterscheiden von Interessen, als Durchsetzungsstärke — und als die Aufgabe, Arbeitsfähigkeit, Vertrauen und Motivation möglich zu halten.
Aus dieser Erfahrung ist meine heutige Arbeit entstanden: als Mediator, systemischer Business Coach und Berater für Kultur- und Bildungsinstitutionen (B2B) ebenso wie für alle Menschen (B2C), die sich Unterstützung wünschen. Nach über zwanzig Jahren in Leitungsfunktionen wirkt der Wechsel äußerlich größer, als er sich innerlich anfühlt. Vieles von dem, was ich gebraucht habe, um ein Haus zu führen, nutze ich weiterhin: Situationen präzise lesen, unterschiedliche Interessen ernst nehmen, handlungsfähige Lösungen entwickeln — ohne zu vergessen, dass es in Organisationen immer auch (und zuerst) um Personen geht und dass Personen immer auch in Systemen arbeiten und leben.
Diese Arbeit steht im Mittelpunkt meines Tuns und erfüllt mich mit derselben Leidenschaft wie zuvor ein reibungsloser Probenprozess, eine umjubelte Premiere oder erfolgreiche Verhandlungen mit politischen Entscheidern. Was ich früher an institutioneller Rückendeckung hatte, tausche ich gegen etwas ein, das ich derzeit für wertvoller halte: die ungeteilte Konzentration auf die Menschen, die vor mir sitzen.
• Systemischer Business Coach – WINGS Hochschule Wismar (2026)
• Zertifizierter Mediator – WINGS Hochschule Wismar (2022)
• Betriebswirt – IWW, Fernuniversität Hagen (2021)
• Musikwissenschaftler M.A. – Univ. Bochum, Bonn, Hamburg (Mag. 2001)
• Violinpädagoge & Orchestermusiker
Ob es passt, zeigt sich im Gespräch.
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