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August 25, 2026

Fels in der Brandung - Über Zuverlässigkeit und Verlässlichkeit

Vor einigen Tagen sprach ich mit einer Kollegin über die Unzuverlässigkeit eines Klienten (und Mediator-Kollegen), der mich anlässlich einer Verabredung nicht nur versetzt hatte, sondern es dann trotz meiner Nachfrage auch nicht für notwendig hielt, um Entschuldigung zu bitten oder aber sein Ausbleiben wenigstens zu erklären.

In diesem Gespräch kam mir eine interessante Idee über den möglichen Unterschied zwischen Zuverlässigkeit und Verlässlichkeit.
Ich hatte darüber bislang wenig nachgedacht, aber nun erscheint mir diese Differenzierung gerade für ein Coaching, eine Mediation oder auch eine Beratung als durchaus relevant.

Die Zuverlässigkeit ist für mich eine eher formelle Größe: der Klient oder die Medianden wissen (aus mehrfacher Erfahrung), dass ich zuverlässig zum verabredeten Termin erscheine und alle zwischen uns getroffenen Absprachen einhalte. (Zuverlässigkeit hat an dieser Stelle dann auch etwas mit Gewissenhaftigkeit zu tun.)

Was aber ist in der Abgrenzung dazu Verlässlichkeit? Vielleicht geht sie tiefer in die Emotion und hat eine größere Bedeutung für die interpersonale Beziehung. Die Klienten/Medianden/Kunden können sich - wenn der Prozess positiv läuft und wir uns wirklich kennenlernen - darauf verlassen, dass ich es gut mit ihnen meine, dass ich an ihrer Seite stehe und sie so unterstütze, wie ich es vermag; dass ich sie nicht zu manipulieren versuche; dass ich sie nicht "aufgebe", wenn es anstrengend wird.

Beides also unabdingbar: die Zuverlässigkeit einerseits, um den Prozess überhaupt anzustoßen, die Verlässlichkeit andererseits, um mein Gegenüber zu ermutigen, den Prozess bis zum (selbst gesetzten) Ende fortzuführen.

Und vielleicht öffnet die Zuverlässigkeit dem Vertrauen auf die Verlässlichkeit ja auch die Tür?

Ob es passt, zeigt sich im Gespräch.

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